Procurement Manager, P2P-Verantwortliche und Finanzcontroller stehen unter erheblichem Druck: Sie sollen Kosten senken und mehr Kontrolle gewinnen, dem Unternehmen aber zugleich ein höheres Tempo ermöglichen.
Spend under Management zu erreichen, ist entscheidend, aber herausfordernd. Die Umsetzung von Procure-to-Pay-Best-Practises für das Spend Management kann helfen, doch es ist schwer zu erkennen, welche davon wirklich den Unterschied machen. Wie optimieren Sie Ihre Procure-to-Pay-(P2P)-Prozesse und -Strategien, um ungenutzte Wertpotenziale in der Lieferkette zu erschließen?
In diesem Artikel bewerten wir P2P-Optimierungsstrategien nach ihrer realen Wirkung und zeigen, welche Taktiken über den gesamten P2P-Prozess hinweg messbare Ergebnisse liefern.
Anhand eines Fünf-Säulen-Modells beurteilt dieser Artikel jede Strategie nach den Kriterien Kostenkontrolle, Risikoreduzierung, Durchlaufzeit, Compliance und Stakeholder-Erfahrung. Lesen Sie weiter und erfahren Sie, worauf Sie sich konzentrieren sollten, was Sie verbessern können und wie die richtigen Entscheidungen bei der Procure-to-Pay-Automatisierung Sie dabei unterstützen.
Zentrale Punkte
- Durchlaufzeiten um bis zu 35 % reduzieren durch Automatisierung von Intake, Genehmigungen und Rechnungen.
- Ausnahmen um über 50 % senken mit Echtzeitdaten aus einer vernetzten Ausgabenanalyse-Plattform.
- Cashflow-Transparenz verbessern und Zahlungsverzögerungen reduzieren durch Synchronisation der Rechnungsfreigabe-Workflows über eine nahtlose ERP-Integration.
- Vertrauen der Lieferanten stärken und Working Capital optimieren mit präzisen Zahlungsprognosen.
Governance & Absicherung: Kontrolle stärken, ohne Engpässe zu schaffen
Governance-Mängel zeigen sich häufig früh: bei Bestellanforderungen, die Richtlinien umgehen, oder bei Genehmigungen, die ins Stocken geraten. Das eigentliche Problem ist nicht das Fehlen von Regeln, sondern das Fehlen einer konsequenten Umsetzung.
Viele Organisationen leiden unter einer schleichenden Abweichung von ihren Richtlinien. Beschaffungsrichtlinien existieren zwar, werden aber nicht konsistent über Teams, Systeme oder Kategorien hinweg angewendet. Policy Drift kann zu Compliance-Lücken, steigenden wilden Ausgaben und verzögerten Entscheidungen führen.
Eine wirksame Beschaffungs-Governance im P2P-Prozess bedeutet, die richtige Balance zu finden: zwischen der Durchsetzung der richtigen Kontrollen zum richtigen Zeitpunkt und der Minimierung von Reibungspunkten, die das Geschäft verlangsamen.
Im Folgenden betrachten wir zwei Best Practices, mit denen Sie den Zielkonflikt zwischen Kontrolle und Reibungslosigkeit wirksam steuern.
1) Bestellanforderungen und Genehmigungsregeln standardisieren
Die Standardisierung der Art und Weise, wie Bestellanfragen eingereicht und genehmigt werden, beginnt damit, die Anforderungen der Beschaffung je Warengruppe, Abteilung und Ausgabenart zu verstehen. Es ist wichtig, einheitliche Formate für Bestellanforderungen zu etablieren, denn so stellen Sie sicher, dass Sie alle wesentlichen Informationen erfassen: Sachkonto (GL-Code), Lieferantenname, Vertragsreferenz und weitere.
Wenn alle relevanten Daten von Anfang an vorliegen, läuft die nachgelagerte Verarbeitung reibungsloser ab.
Sobald Ihre Regeln definiert sind, erstellen Sie eine klare Matrix Ihrer Genehmigungsrichtlinien für Bestellanforderungen. Diese Matrix sollte Ausgabenschwellen, Genehmiger-Rollen und Service-Level-Agreements abbilden. Eine solche Matrix verbessert die Compliance und beseitigt Unklarheiten im Prozess, die zu Verzögerungen führen könnten.
Nachfolgend finden Sie eine Beispielmatrix für Genehmigungen, die Sie an Ihre Anforderungen anpassen können:
| Ausgabenschwelle | Genehmiger-Rolle | SLA | Eskalationspfad |
| < 5.000 € | Abteilungsleitung | 1 Werktag | Keiner |
| 5.000–25.000 € | Finanzcontroller | 2 Werktage | Procurement Lead |
| 25.000–100.000 € | Procurement Director | 3 Werktage | CFO |
| > 100.000 € | Geschäftsleitung | 5 Werktage | CEO |
Die Automatisierung dieser Regeln in Ihrer P2P-Plattform stellt Konsistenz und Geschwindigkeit sicher, ohne dass Sie auf Kontrolle verzichten müssen.
2) Genehmigungshierarchien straffen, ohne den Betrieb auszubremsen
Wie also setzen Sie eine wirksame Aufsicht durch, ohne den Betrieb zum Stillstand zu bringen? Nutzen Sie intelligente, flexible Kontrollen, die nach Risikostufen aufgeteilt sind und auf Basis von Geschäftsregeln dynamisch weitergeleitet werden. Außerdem sollten sie über Audit-Logs vollständig nachvollziehbar sein.
Richtig umgesetzt, erhöhen Rechnungsfreigabe-Workflows die Agilität, statt sie zu behindern. Genau hier wird die Bedeutung von Beschaffungssoftware deutlich.
Moderne Beschaffungsplattformen ermöglichen es Ihnen, bedingte Genehmigungen zu konfigurieren, Richtlinien-Ausnahmen in Echtzeit zu kennzeichnen und vollständige Transparenz über Ihre Audits zu behalten, während gleichzeitig die Effizienz steigt und die Durchlaufzeiten kürzer werden.
Die folgende Tabelle zeigt, wie Sie gestufte Kontrollen einführen können, um Effizienz und Wirkung zu maximieren:
| Kontrolle | Auslöser | Geschäftliche Wirkung |
| Automatische Freigabe bei geringen Ausgaben | Bestellanforderung < 500 € | Beschleunigt taktische Einkäufe |
| Doppelte Genehmigung | Ausgaben in sensiblen Kategorien | Reduziert das Risiko von wilden Ausgaben |
| Rechts-/Finanzprüfung | Vertrag oder Bestellung > 50.000 € | Stellt strategische Ausrichtung & Compliance sicher |
Flexible Hierarchien helfen Ihnen, schnell zu handeln, ohne Abstriche bei der Rechenschaftspflicht zu machen.
Operative Effizienz: Fehler beseitigen, bevor Sie Procure-to-Pay vollständig automatisieren
Die Automatisierung von Procure-to-Pay-Aufgaben kann den manuellen Aufwand reduzieren. Ohne ein intelligentes Management von Ausnahmen und ein durchdachtes Matching-Design beseitigt sie jedoch keine Fehler, und das kann teuer werden.
Sind automatisierte Prozesse schlecht konfiguriert, entstehen Abweichungen zwischen Bestellungen, Rechnungen und Wareneingangsbestätigungen, die nur schwer zu erkennen, geschweige denn zu lösen sind.
Führende Organisationen setzen auf saubere vorgelagerte Prozesse, dynamische Regeln und ein konsequentes Stammdaten-Management, um die Procure-to-Pay-Automatisierung erfolgreich zu skalieren.
Zu diesen automatisierten Prozessen gehört die kontaktlose Rechnungsbearbeitung, mit der Best-in-Class-Teams bis zu 80 % der Rechnungen ohne manuellen Eingriff verarbeiten können.
Diese Stufe der Optimierung des Beschaffungsprozesses erfordert allerdings klare Formate und Technologien, die sich an reale Ausnahmen anpassen lassen.
3) Drei-Wege-Abgleich (oder Vier-Wege-Abgleich) bei risikoreichen Ausgaben anwenden
Für einen reibungslosen P2P-Betrieb reicht bei Standardausgaben in der Regel ein Drei-Wege-Abgleich aus, der Bestellung, Wareneingangsbestätigung und Rechnung gegenüberstellt. Der Drei-Wege-Abgleich schafft eine Balance zwischen Kontrolle und Effizienz: Mit grundlegenden Prüfpunkten validieren Sie jede Transaktion, bevor Sie eine Zahlung freigeben.
Bei risikoreichen Ausgaben dagegen, also bei Transaktionen in strategischen Warengruppen, bei hohen Bestellvolumina oder bei wiederkehrenden Dienstleistungen, kann es notwendig sein, eine vierte Dimension hinzuzufügen, etwa Vertragskonditionen oder die Prüfung der Leistungserbringung.
Diese zusätzliche (vierte) Ebene soll sicherstellen, dass alle vertraglichen Verpflichtungen eingehalten und Ihre Margen geschützt werden.
Laut den Benchmarks von ApexAnalytix sind Unternehmen, die mehrstufige Abgleiche und Audit Trails durchsetzen, konsistent erfolgreicher dabei, unerwünschte Ausgaben und Ausnahmen zu reduzieren. Mit der richtigen P2P-Regel-Engine können Sie starke Kontrollen nur dort einsetzen, wo sie notwendig sind, und potenzielle Engpässe vermeiden.
4) Workflows für die Ausnahmebehandlung entwerfen, bevor Sie das Matching automatisieren
Regeln zur Ausnahmebehandlung sind vordefinierte Richtlinien, um Fehler wie Preisabweichungen oder doppelte Rechnungen zu identifizieren, weiterzuleiten und zu beheben. Klare Regeln zur Ausnahmebehandlung sind unerlässlich, wenn Sie das Rechnungsmatching skalierbar automatisieren wollen.
Beginnen Sie damit, Ausnahmekategorien zu definieren, etwa Preisabweichungen, fehlende Belege oder Steuerthemen. Weisen Sie anschließend jeder Kategorie verantwortliche Personen zu und legen Sie SLAs für die Bearbeitung fest.
Ein gut konzipierter Workflow erleichtert die Erkennung doppelter Rechnungen und reduziert den Abfluss von Ausgaben. Außerdem unterstützt Sie ein strukturierter Prozess dabei, schnell zu handeln.
Orientieren Sie sich an der folgenden Checkliste, wenn Sie Ihre Regeln zur Ausnahmebehandlung definieren:
Diagnose-Checkliste für die Ausnahmebehandlung
- Haben Sie alle wesentlichen Ausnahmekategorien definiert (z. B. Preisabweichungen, fehlende Bestellpositionen, doppelte Rechnungen, Steuerabweichungen)?
- Ist jede Ausnahmeart einem Verantwortlichen in der Kreditorenbuchhaltung, im Einkauf oder im Finanzbereich zugewiesen?
- Haben Sie SLAs für die Bearbeitung festgelegt, abhängig von der geschäftlichen Auswirkung der jeweiligen Kategorie?
- Sind Eskalationspfade vorhanden, falls SLAs nicht eingehalten werden?
- Haben Sie Regeln zur Erkennung doppelter Rechnungen implementiert, um potenzielle Doppelzahlungen zu identifizieren?
Sobald Sie alle Fragen mit Ja beantworten können, sind Sie bereit für die Automatisierung. Klare Regeln im Vorfeld helfen, Fehler zu reduzieren und die durchschnittliche Bearbeitungszeit zu verkürzen. Gleichzeitig vermeiden Sie nachgelagerte Compliance-Risiken.
Nun ist es an der Zeit, den Fokus auf die Optimierung des Zugangs zum Lieferantenportal zu legen. Im nächsten Abschnitt erläutern wir, wie Sie Ihr Lieferantenportal nutzen können und wie Sie den Wert Ihrer Lieferantenbeziehungen mit den richtigen Kennzahlen maximieren.
Supplier Value & Lifecycle: Vom Bestellsystem zum strategischen Lieferantenportal
Die meisten Organisationen führen Lieferantenportale für Onboarding und Rechnungsstellung ein, schöpfen ihr Potenzial aber nicht voll aus. Beim Design Ihrer Supplier-Collaboration-Plattform sollten Sie Mechanismen für kontinuierliche Verbesserung und mehr Transparenz von Anfang an mitdenken.
Ihr Portal sollte zudem das Engagement der Lieferanten über den gesamten Procure-to-Pay-Zyklus hinweg fördern. Starke Self-Service-Funktionen sind wichtig, denn sie machen das Portal zu einer zentralen Plattform für den Datenaustausch und die Nachverfolgung der Lieferantenleistung.
Lieferantenportale unterstützen Sie dabei,
- mit Lieferanten skalierbar zusammenzuarbeiten,
- von zentraler Kommunikation zu profitieren,
- Streitigkeiten zu klären und die Einhaltung vertraglicher Verpflichtungen sicherzustellen,
- die ESG-Berichterstattung zu vereinfachen und Nachhaltigkeitsangaben zu belegen.
Schauen wir uns genauer an, wie Lieferantenportale Ihre Lieferantenbeziehungen stärken können.
5) Lieferantenportale für Onboarding, Kataloge und Zusammenarbeit nutzen
Lieferantenportale ermöglichen es Ihnen, die Datenerfassung zu standardisieren und von Self-Service-Funktionen der Lieferanten zu profitieren. Beides hilft, manuelle Arbeit und Kosten zu reduzieren.
Benchmarks von ApexAnalytix zeigen: Top-Unternehmen benötigen lediglich 2,6 Vollzeitäquivalente (FTEs) pro 10.000 Lieferanten, während es bei durchschnittlichen Unternehmen 8,0 FTEs sind. Bessere Systeme und intelligente Workflows zahlen sich also klar aus.
Wenn Sie die Funktionalitäten von Beschaffungsplattformen bewerten, achten Sie auf integrierte Onboarding-Workflows, Tools zur Aktivierung von Punchout-Katalogen sowie Compliance-Checks in Echtzeit, um aufwendige E-Mail-Korrespondenz zu vermeiden. Diese Funktionen senken Risiken und ermöglichen es Ihnen, im gesamten Purchase-to-Pay-Prozess präzisere Lieferantendaten zu erfassen.
Im deutschsprachigen Raum zeigen Organisationen wie der ADAC und EnBW, wie sich diese Best Practices konkret umsetzen lassen. Der ADAC hat mit Ivalua eine einheitliche Source-to-Pay-Plattform eingeführt, die Lieferanten-Risiko- und -Leistungsmanagement, Sourcing, Vertragsmanagement, eProcurement, Intake-Management, Rechnungsbearbeitung, Zahlungen und Ausgabenanalyse auf einer Oberfläche bündelt. So entsteht Transparenz über sehr heterogene Lieferantennetzwerke, Standard-Workflows im P2P-Prozess werden etabliert und operative Tätigkeiten im Tagesgeschäft deutlich reduziert. Ziel ist es, Kapazitäten für die strategische Beschaffung freizusetzen.
6) Lieferantenwert durch Kennzahlen, Portale und ESG-Signale steigern
Lieferanten-Scorecards eignen sich, um wichtige Leistungskennzahlen wie pünktliche Lieferquote, Ausnahmequote bei Rechnungen, ESG-Compliance-Scores und weitere zu verfolgen. Sie helfen Ihnen, mit konkreten Handlungsempfehlungen proaktiver zu agieren, leistungsstarke Lieferanten zu identifizieren und Bereiche zu kennzeichnen, die ein Eingreifen erfordern.
Ein Self-Service-Lieferantenportal hilft dabei, Nachhaltigkeits- und Diversity-Daten direkt bei den Lieferanten zu erfassen, was das Management von Lieferantenrisiken unterstützt. So können Sie Lieferanten beispielsweise auffordern, ESG-Angaben einzureichen, Zertifikate zu aktualisieren und Fortschritte bei Diversity-Zielen über das Portal zu teilen. So erhalten Sie ein umfassenderes Bild der Lieferantenleistung über verschiedene Parameter hinweg.
Um tatsächlich finanzielle Wirkung zu erzielen, müssen Sie Beschaffungsentscheidungen jedoch an den übergeordneten Cashflow-Zielen des Unternehmens ausrichten. Wie gelingt das, ohne das Vertrauen der Lieferanten oder die Betriebskontinuität zu gefährden? Das erklären wir im nächsten Abschnitt.
Finanzoptimierung & Cashflow: Working Capital und Vertrauen zu Lieferanten ins Gleichgewicht bringen
Finanzoptimierung im Procure-to-Pay-Workflow bedeutet, Abwägungen zwischen Liquiditätsbedarf und Lieferantenbeziehungen zu treffen.
Eine Verlängerung der Days Payable Outstanding (DPO) kann beispielsweise die kurzfristige Liquidität verbessern, jedoch zu Unzufriedenheit bei den Lieferanten führen. Ebenso können Sie durch Skontoabzüge Kosten sparen, müssen dafür aber Ihre Genehmigungszyklen straffer steuern.
Mit dynamischer Diskontierung, also der Möglichkeit für Lieferanten, eine vorzeitige Zahlung gegen einen je nach Zeitpunkt variierenden Nachlass zu erhalten, können Ihre Einkaufs- und Finanzteams flexibel und in Echtzeit entscheiden, ob sie frühzeitig zahlen, um Kosten zu sparen, oder die liquiden Mittel länger halten. Maßgeblich sind dabei aktuelle geschäftliche Anforderungen wie Liquiditätsniveau, Cashflow-Prognosen oder die Dringlichkeit beim Lieferanten.
Im Kern handelt es sich um Working-Capital-Optimierung über den P2P-Prozess, um die finanzielle Performance zu verbessern, ohne das Vertrauen Ihrer Lieferanten zu gefährden.
Um aus diesen Entscheidungen den maximalen Wert zu ziehen, ist eine enge Zusammenarbeit mit dem Finanzbereich wichtig. Stimmen Sie sich bei Skonti und Zahlungsplänen ab und richten Sie Vertragskonditionen an Liquiditätszielen aus, um die finanzielle Gesundheit des Unternehmens und die Partnerschaft mit den Lieferanten zu stärken.
Schauen wir uns das genauer an.
7) Zahlungsbedingungen optimieren und Skontoabzüge modellieren
Die Optimierung der Zahlungsbedingungen erfordert ein klares Verständnis der Zielkonflikte. ApexAnalytix berichtet beispielsweise, dass eine Verbesserung der DPO um nur 15 Tage 40 Millionen US-Dollar an Working Capital freisetzen kann. Das kann Ihre Liquiditätsstrategie wirksam unterstützen.
Eine wirksame Umsetzung kann jedoch eine Optimierung der Zahlungsbedingungen über eine Automatisierung der Kreditorenbuchhaltung erfordern, die Konditionen standardisiert, Verzögerungen vermeidet und Echtzeit-Entscheidungen ermöglicht.
Ein guter Ansatz ist der Vergleich von Szenarien, etwa späterer Zahlung zur Freisetzung von Liquidität gegenüber früherer Zahlung zur Kostensenkung. So können Sie gemeinsam mit dem Finanzbereich die beste Entscheidung im Einklang mit den übergeordneten Beschaffungszielen treffen.
8) ERP und Ausgabenanalyse zu einem kontinuierlichen Datenkreislauf verbinden
Durch die Integration von Echtzeit-Analysen aus ERP-Systemen und die Transparenz über den Audit Trail können Sie proaktiver agieren und reaktive Fehlersuche vermeiden. Sie können automatisierte Warnmeldungen bei Compliance-Verstößen oder wilden Käufen einrichten und reagieren, bevor diese Auswirkungen auf den Beschaffungsbetrieb haben.
Die Optimierung von Beschaffungsprozessen dreht sich um die folgenden drei KPIs:
- Quote der kontaktlosen Rechnungsbearbeitung: Misst die Wirksamkeit der Automatisierung bei der Reduzierung manueller Arbeit
- PO-Compliance-Quote: Stellt sicher, dass alle Beteiligten die genehmigten Workflows einhalten
- Ausgaben im Rahmen des Vertrags: Misst, wie viel der Ausgaben durch verhandelte Konditionen abgedeckt sind
Die Nachverfolgung dieser Kennzahlen ermöglicht Frühwarnungen bei Compliance-Problemen.
Sobald die richtigen Systeme und Prozesse vorhanden sind, besteht die nächste Herausforderung darin, den Fortschritt zu sichern. Im nächsten Abschnitt zeigen wir Ihnen, wie.
Change & Performance Management: Erfolge sichern und kontinuierlich weiterentwickeln
P2P-Workflows können sich im Laufe der Zeit verschlechtern, wenn Sie Stakeholder nicht kontinuierlich einbinden und Kennzahlen nicht regelmäßig bewerten, um Verbesserungspotenziale zu erkennen. Performance-Management-Strategien helfen, Teams zu motivieren und gleichzeitig Widerstände gegen Veränderungen abzubauen.
Einige zentrale Performance-Management-Strategien:
- Schulungsprogramme
- Gamifizierte Dashboards
- Regelmäßige Feedbackschleifen
- Erfolge sichtbar machen
- Anwender bei Benutzung direkt belohnen
Mit diesen Taktiken können Organisationen gute Gewohnheiten aufbauen, die langfristige Ziele unterstützen.
Zu den Procure-to-Pay-Kennzahlen, die Sie verfolgen sollten, gehören:
- Erfolgsquote beim ersten Durchgang
- Durchlaufzeit
- Häufigkeit von Ausnahmen
Diese Kennzahlen zeigen, wo zusätzliches Coaching oder Automatisierung notwendig ist. Sie können auch KI-gestützte Assistenten und in der Plattform integrierte virtuelle Agenten (IVA) einsetzen, um Anwender in Echtzeit zu führen und Procure-to-Pay-Best-Practices zu verankern.
9) Rechnungsverarbeitung und Erkennung von Duplikaten automatisieren
Die Automatisierung Ihres P2P-Workflows kann sowohl Kosten- als auch Zeitersparnisse bringen. Studien zeigen, dass die Einführung von Procure-to-Pay-Automatisierung Verarbeitungsfehler um 25 % senkt, ganz zu schweigen vom Aufwand für kostspielige Nacharbeit. Zudem reduzieren Software für elektronische Rechnungsstellung und automatisiertes Matching manuelle Arbeit, verkürzen Freigabezyklen und erhöhen gleichzeitig die Rechnungsgenauigkeit.
Im deutschen Markt erhält dieses Thema durch regulatorische Anforderungen zusätzliche Bedeutung: Die IHK München weist darauf hin, dass seit dem 1. Januar 2025 für inländische Unternehmen eine Pflicht zum Empfang von E-Rechnungen im B2B-Bereich gilt. Für die Ausstellung gelten Übergangsregelungen; spätestens ab 2028 müssen die neuen Vorgaben vollständig eingehalten werden. Eine frühzeitige Investition in E-Invoicing-Tools ist damit nicht nur eine Frage der Effizienz, sondern auch der Compliance.
Diese Verbesserungen ermöglichen schnellere Zahlungen und schaffen gleichzeitig Freiraum für Ihre Mitarbeiter, sich auf strategische Aufgaben zu konzentrieren.
10) Kontinuierliche Verbesserung mithilfe von KPIs, Audits und Schulungen etablieren
Kontinuierliche P2P-Verbesserung muss ein formalisierter Prozess sein, in dem Feedback zu Veränderungen führt. Dazu gehört zunächst die konsistente Nachverfolgung von P2P-KPIs wie Durchlaufzeit, PO-Genauigkeit und Maverick Spend, um eine Ausgangsbasis zu schaffen.
Vierteljährliche Audits helfen Ihnen, Trends zu bewerten und neue Risiken zu erkennen. Diese Erkenntnisse können Sie in die Schulung der Beschaffungs- und Kreditorenbuchhaltungsteams einfließen lassen. Erstellen Sie zudem Reports zur Ausgaben-Transparenz, um festzustellen, wann und wo Teams Vertragskonditionen nicht einhalten. Regelmäßige Richtlinien-Überprüfungen sorgen dafür, dass alle mit den aktuellen Standards Schritt halten.
Diese Maßnahmen unterstützen langfristige Verbesserungen, sodass der P2P-Prozess möglichst effizient und wirksam bleibt.
Sehen wir uns nun an, wie ISG, ein britisches Bauunternehmen, P2P-Best-Practices mit Ivalua umsetzt.
Fallstudie: So erreicht ISG mehr Effizienz im Procure-to-Pay
ISG, ein privates Bauunternehmen mit Sitz in London, stand vor der Herausforderung, die Anforderungen einer sehr diversen Lieferantenbasis zu erfüllen. Mit der Einführung von Ivalua konnte ISG die Beschaffung transformieren und das Fundament für langfristigen Erfolg legen.
In nur neun Monaten ermöglichte Ivalua ISG, den Lieferanten-Präqualifikationsprozess zu vereinheitlichen, die Rechnungsbearbeitungszeit von 22 Tagen auf nur 2 Tage zu reduzieren und die Ausnahmequoten deutlich zu senken. Echtzeit-Risikomeldungen und eine stärkere projektübergreifende Zusammenarbeit vereinfachen verschiedene P2P-Prozesse, darunter das Lieferanten-Onboarding und Compliance-Prüfungen für Richtlinien. Die zentralen Ergebnisse:
- Rechnungsfreigabe in unter 2 Tagen
- Ausnahmequoten auf 11 % gesenkt, bei 100.000 Rechnungen
- Über 1.300 angebundene Partner, davon 94 % KMU
„Für uns war Ivalua das perfekte System, mit dem wir alles abdecken können, vom Lieferanten-Risikomanagement bis zum Invoicing.“
– Robert Scriven, Head of Supply Chain, ISG
Ein vergleichbares Bild zeigt sich beim ADAC: Mit Blick auf die operative Entlastung des Teams beschreibt CPO Thomas Germer den Mehrwert der einheitlichen Plattform so:
„Ivalua ist die Voraussetzung dafür, unser Team von den eher operativen P2P-Aufgaben entlasten und tatsächlich Kapazitäten für echtes Sourcing und strategische Arbeit freisetzen zu können.“
– Thomas Germer, CPO bei ADAC
Best Practices in P2P-Exzellenz verwandeln
Unabhängig davon, wo Ihre Organisation auf der P2P-Reifegradkurve steht, hängt nachhaltiger Erfolg davon ab, dass Sie die richtige Balance finden: zwischen Kontrolle und Agilität, Lieferantenwert und Kosteneinsparungen, Automatisierung und menschlicher Aufsicht.
Die zehn Best Practices in diesem Artikel bauen auf einem Fünf-Säulen-Rahmen auf, mit dem Sie eine wirksame Strategie entwickeln können, um Reibungspunkte zu reduzieren, die Transparenz zu erhöhen und den ROI über den gesamten Procure-to-Pay-Zyklus hinweg zu steigern.
Die fünf Säulen Governance, Effizienz, Lieferantenwert, Finanzoptimierung und Change Management unterstützen Sie dabei, Ihren aktuellen Reifegrad zu bewerten und Bereiche mit hoher Wirkung für Verbesserungen zu identifizieren.
Mit einer einheitlichen, KI-gestützten Procure-to-Pay-Software können Sie die Beschaffung in einen bedeutenden Werttreiber für Ihr Unternehmen verwandeln.
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Häufig gestellte Fragen zu Procure-to-Pay
Beginnen Sie damit, die Hauptursachen für Rechnungs-Ausnahmen zu beseitigen: mangelhaftes Bestellmanagement, fehlende Wareneingangsnummern und Lücken in den Lieferantendaten. Bereinigen Sie anschließend die Stammdaten und definieren Sie klare Richtlinien für Bestellungen je Warengruppe. Danach automatisieren Sie Matching-Regeln und Validierungen mit Ihrem P2P-Automatisierungstool, behalten aber Kontrollen dort, wo sie am wichtigsten sind, etwa in risikoreichen Warengruppen oder bei Einmal-Lieferanten. Kontaktlos bedeutet nicht unkontrolliert. Es bedeutet, saubere Eingaben zu erhalten und die richtige Geschäftslogik durchzusetzen.
Bei mittelständischen Unternehmen erzeugen mehr als drei Genehmigungsstufen häufig mehr Reibung als Kontrolle, vor allem bei Einkäufen mit geringem Wert und niedrigem Risiko. Halten Sie es einfach: Segmentieren Sie Genehmigungen nach Ausgabenschwellen und Risikostufe und nutzen Sie Ihre ERP-Integration, um die Weiterleitungslogik zu automatisieren. Zu viele Stufen verlängern Durchlaufzeiten, erhöhen wilde Käufe und frustrieren Anwender. Dadurch werden Compliance und Effizienz untergraben.
Drei zentrale Indikatoren zeigen frühe Erfolge bei der Working-Capital-Optimierung an:
PO-zu-Rechnung-Matching-Quote (sagt Rechnungsgenauigkeit und weniger Verzögerungen voraus)
Rechnungsbearbeitungszeit (verfolgt Verbesserungen beim Cashflow-Timing)
Skonto-Nutzungsquote (zeigt, wie gut Teams vorzeitige Zahlungsbedingungen nutzen)
Nutzen Sie Ihre Ausgabenanalyse-Plattform, um diese KPIs vom ersten Tag an zu verfolgen und zu verbessern. Fortschritte hier korrelieren häufig mit stärkeren Lieferantenbeziehungen und einer besseren Liquiditätsposition.











